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19. März 2008

FTD: Es kommt dicke


von Wolfgang Münchau

Die große Finanzkrise fängt jetzt langsam an. Sie lesen richtig: Die Krise fängt langsam an. Was die gemeldeten Verluste oder die Zahl der Insolvenzen im Finanzsektor angeht, haben wir noch nicht einmal zehn Prozent der Krise gesehen - und was die Folgen für die Gesamtwirtschaft betrifft, noch nicht einmal fünf Prozent.

In den USA wird es die längste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg geben. Der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff hat recht, wenn er warnt: zunächst Rezession, dann Inflation. Die Geldpolitik nach dem Crash wird extrem restriktiv.

Mittlerweile besteht kein Zweifel mehr daran, dass dem Staat die Aufgabe zufallen wird, den Dreck im Finanzsektor aufzukehren. Nur sollten sich Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und seine Kollegen nicht allzu sehr freuen, wenn ihr Ruf nach staatlicher Hilfe erhört wird. Für die Rettung des globalen Finanzsystems wird der Staat seine Aufwendungen in Rechnung stellen. Je größer der Bail-out, desto größer die Rechnung. Diese gibt es in Form einer stärkeren Regulierung und höherer Steuern.

Ich erwarte, dass die Rache der Öffentlichkeit nach den Jahren moderater Lohnentwicklungen besonders brutal ausfallen wird. Dass im Finanzsektor in den kommenden Jahren viel Geld zu verdienen ist, ist eher unwahrscheinlich. Wer auch nur etwas Grips im Kopf hat, wird um diesen Sektor einen großen Bogen machen - sowohl als Investor als auch als jemand, der Karriere machen will.

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23. Oktober 2007

Der totale Bankrott der Finanzpolitik

Der Versuch die Banken zu retten zeigt den totalen Bankrott der Finanzpolitik von Matthias Chang

Der Dow Jones Index verliert 366 Punkte (am letzten Freitag)

Was bisher passiert ist

Die kürzliche Markterholung des Dow und der Rekordstand letzte Woche hat viele Leute verwirrt, speziell die gierigen und die welche in einem Zustand der Leugnung sind.

Einige Leute stürzten sich in den Aktienmarkt, um die steigenden Kurse zu nutzen, verbrennten sich aber die Finger dabei. Diese Leute lernen es nie and sie verdienen die Trachtprügel und ich habe überhaupt kein Mitleid mit diesen Idioten. Es ist wie ein Pokerspiel, wo die Karten gegen den Dummkopf gemischt sind. Das Spiel in den globalen Kasinos ist von Anfang an gezinkt.

Wenn diese Leute die jetzigen Umstände genauer angeschaut hätten, nur für fünf Minuten, müsste es ihnen klar geworden sein, dass Barnekes einlenken zugunsten der Wall Street nur eine Notlösung war, um die Märkte zu beruhigen und um eine Illusion zu schaffen. Aber es hat nicht funktioniert, aus dem einfachen Grund, man kann nicht einen hoffnungslosen todkranken Patienten wieder beleben, wenn alle Organe rapide versagen und die Luftpumpe die letzten Atemzüge aufrecht erhält.

Das letzte Anzeichen, dass das kollabierende globale Bankensystem eine Einbahnstrasse runtersaust, ohne das ein Fahrer am Steuer ist, war die Ankündigung des Finanzministers Paulson und der drei Grossbanken JP Morgan Chase, CITI Group und Bank of America, sie würden einen $100 Milliarden Fond einrichten um die Wertpapiere die wertlos wie Toilettenpapier sind aufzunehmen.

Der globale Wertpapierbetrug ist nicht mehr zu retten… was das bedeutet ist, dass die „Investoren“ nicht mehr die Anlagen kaufen die durch Wertpapiere gesichert sind, da ihr Preis zweifelhaft ist. Um die öffentliche Versteigerung der Toilettenpapiere zu vermeiden und dabei festzustellen, sie sind wertlos, versuchen Paulsen und diese Grossbanken die Papiere zu kaufen, um eine öffentliche Blamage zu vermeiden, in der Hoffnung, wenn sich die Lage „beruhigt und keine Panik mehr herrscht“ sie wieder an irgendeinen Idioten loszuwerden. Schliesslich wird jeden Tag ein neuer Idiot geboren!

Aber alleine die Tatsache, dass sie gezwungen wurden so einen Rettungsfond einzurichten, zeigt, was diese Intrige ist. Die ganze Welt ruft jetzt „Der König hat keine Kleider!“ Ich habe das immer wieder gerufen. Wenige haben meine Schreie gehört und ihre Lebensersparnisse gerettet. Das ist die kritische Auswirkung, deshalb der dramatische Kollaps des Dow.

Das Ende ist nahe

Die Zinsreduktion von heftigen 50 Basispunkten am 18. September 2007 durch die Fed war ein Ablenkungsmanöver um Zeit für die Banken zu schinden, damit sie eine neue Betrugsmasche erfinden können, um die selbstbelügende Öffentlichkeit zu täuschen, alles wäre in Ordnung. Es hat nichtmal für drei Wochen funktioniert und dann war die Luft raus!

Der Dollar ist wieder abgestürzt, der Dow auch um 366 Punkte. Gold ist im Höhenflug. Öl wird bald die 100 Dollar Marke bis Ende Jahr erreichen. Die ausländischen Fonds werfen ihre Dollaranlagen über Bord.

Sprichwörtlich wird Blut in den Strassen der grössten Städte der USA und Grossbritanniens in der nahen Zukunft fliessen, wenn die volle Einschlagswirkung des Kollaps alle Aspekte der Wirtschaft trifft, und der Mann auf der Strasse realisiert, dass Bush und Cheney, die Neocons und die Bastarde welche die City von London kontrollieren sie aufs Glatteis geführt und ihre Pensionsgelder gestohlen, und damit sie um ihre Zukunft beraubt haben.

Die Politik des kontrollierten Chaos wird dann umgesetzt und wir werden Zeugen werden, wie in den wichtigsten Städten der USA, Grossbritannien und in Europa es Strassenschlachten geben wird, organisiert von den Geheimdiensten, zwischen den Weissen und den Einwanderern. In den USA wird es gegen die Latinos sein, dann den Schwarzen. (..) In Grossbritannien und in Europa wird es gegen Einwanderer aus der Türkei, nordafrikanischen Mittelmeerländer und Pakistan passieren, die hauptsächlich Muslime sind. Es wird noch der Brennstoff des radikalen Islamismus dazukommen, der sowieso von vorneherein von den westlichen Geheimdiensten geschaffen wurde.

Diese Einwanderer (Kanonenfutter für den endlosen Krieg gegen den Terror) werden für die Leiden welche die Weissen dann bedrücken als Sündenböcke ausgewählt. Die Grossbanker und die 1% Reichen werden mit ihren Mätressen auf irgendeinem Insel Resort verschwinden und Söldner wie Blackwater beauftragen ihre Besitztümer von den plündernden Massen zu beschützen. Katrina (Hurrikan in New Orleans) war der Probelauf und hat die Privatarmeen darauf vorbereitet, ihre Drecksarbeit zu machen. Sie haben ihren Auftrag. Es wird übel zugehen.

Im Nahen Osten werden die westlichen Geheimdienste dafür sorgen, dass Muslime ihre eigenen Glaubensbrüder abschlachten, da sonst nur der Westen von den Konsequenzen des finanziellen Tsunami leiden wird.

Der unvermeidliche Krieg

Die G7 Länder werden ihre Zustimmung und Unterstützung für das verrückte Abenteuer von Cheney im Nahen Osten geben (Krieg gegen den Iran), als einzige Lösung für die Schweinerei die sie angerichtet haben.

Ich habe kein anderes Szenario. Ich wünschte ich lege falsch. Aber ich fürchte nicht. Alle Ereignisse mit vorhergehender roter Flagge sind eingetreten.

Ich bin kein Wahrsager. Aber wenn man den gesunden Menschenverstand anwendet, müssen wir Realisten sein und unsere Leute und Familien auf einen bevorstehenden Krieg vorbereiten und bereit sein am globalen Widerstand teilzunehmen, mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.

Passt auf euch auf und möge Gott mit euch sein.

Matthias Chang
Kuala Lumpur
20. Oktober 2007

Matthias Chang ist Anwalt, war politischer Berater von Tun Dr. Mahathir bin Mohamad, ehemaliger Premierminister von Malaysia, der erfolgreich die malaysische Währung im Jahre 1999 gegen den Angriff der City von London kontrollierten Zentralbanken abgewehrt hat.

Quelle: Schall & Rauch

19. Oktober 2007

Interview mit dem Hartgeldclub über das Finanzsystem


Das werden wir nicht drucken, jedenfalls nicht so! (Ich schon! =P)
von Edwin Tafelmeier, Hartgeld Club Nürnberg
Die Systempresse greift inzwischen das „Crash“-Thema verstärkt auf, aber irgendwo sind
dann doch Grenzen gesetzt. Hier der missglückte Versuch eines Interviews mit einem
Nürnberger Journalisten. (Den Namen habe ich auf Wunsch anonymisiert)
Warten wir die nächsten Monate ab…
PRESSE:
Der Hartgeldclub Nürnberg erscheint mir als ein Verein, der statt modernen Geldes zurück zu
Gold und Silber möchte. Ist das nicht ein wenig Anachronismus, fernab der Realität?
HGCN:
Zunächst sollten wir erklären, was Geld überhaupt ist. Laut Wikipedia hat Geld drei
Funktionen zu erfüllen, nämlich die eines allgemein anerkannten Tauschmittels, als
Wertmaßstab, und nicht zuletzt als Wertaufbewahrungsmittel. Unser Geld hat lediglich die
erstgenannte Funktion, und das auch nur Kraft des Gesetzes. Da unser Geld nicht definiert
ist, taugt es nur bedingt als Wertmesser, und durch die Inflation verliert es ständig an
Kaufkraft.
PRESSE:
Unser Geld funktioniert noch sehr gut als Wertmaßstab und auch als
Wertaufbewahrungsmittel, wenn Sie die Inflation durch entsprechende Verzinsung
ausgleichen. Kein vernünftiger Mensch steckt sein Geld heute noch unters Kopfkissen.
HGCN:
Was den Inflationsausgleich anbelangt, muss ich Ihnen hier widersprechen. Auf dem guten,
alten Sparbuch angelegt, bringt Ihr Guthaben real eine negative Verzinsung. Andere
Anlageformen bringen vielleicht tatsächlich eine Rendite, das jedoch nicht ohne Risiko. Nicht
zuletzt betrachtet unser Staat die Erträge des Inflationsausgleichs als vermeintlichen Gewinn
und besteuert das entsprechend. Es bleibt dabei: Entweder Ihr Erspartes verliert ständig an
Kaufkraft, oder Sie erkaufen Ihren Gewinn durch ein Risiko, das dazu nicht im Verhältnis
steht.
PRESSE:
Es ist aber nicht zu leugnen, dass viele Anleger auch exzellente Gewinne einfahren.
HGCN:
Das ist schon möglich. Es stellt sich hier jedoch die Frage, ob es sich um echtes Vermögen
oder um Scheinvermögen handelt.
PRESSE:
Was verstehen Sie unter Scheinvermögen? Können Sie das näher beschreiben?
HGCN:
Um das zu verstehen, müssen Sie sich ein wenig mit dem Wesen unseres Geldes
auseinandersetzen. In einer arbeitsteiligen Gesellschaft benötigen sie ein funktionierendes
Geldwesen. Damit eine Wirtschaft funktioniert, benötigen Sie sowohl Geld als auch Kredit.
Heutzutage gibt es jedoch kein Geld mehr, sondern nur noch Kredit. Unser Geld ist bereits
Kredit, daneben gibt es dann noch „Kredit auf Kredit“, damit kann man keine stabile
Wirtschaft erreichen. Ein solches System ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt.
PRESSE:
Wenn dieses Wirtschaftssystem instabil sein soll, läuft es aber schon erstaunlich lange.
Können Sie Ihre Thesen auch durch Fakten belegen, oder sind das nur Phrasen?
HGCN:
Es ist überhaupt kein Geheimnis, wie Geld entsteht. Unser Geld entsteht durch Kredit der
Geschäftsbanken. Wenn Sie die Webseiten der Bundesbank besuchen, finden Sie
Informationsbroschüren für den Schulunterricht. Dort ist es relativ verständlich erklärt. Ein
Geldschein ist demzufolge, aber das wird natürlich nicht so offen beim Namen genannt,
lediglich ein Schuldschein, der umlauffähig gemacht wurde. Hinter diesem Geld stehen
Schulden, und zwar ohne Ausnahme. Fast alle Leute gehen davon aus, dass Geld durch
irgendwas von Wert gedeckt ist. Das ist es jedoch nicht, jedenfalls nicht mehr. Die Bindung
an Gold wurde abgeschafft. Unser Geld erlangt Kaufkraft aufgrund eines
Leistungsversprechens, nicht aufgrund einer bereits erbrachten Leistung. Richtiges Geld
erhält seinen Wert durch eine bereits erbrachte Leistung. Ein Leistungsversprechen hingegen
ist lediglich Kredit. Und Kredite sind nur etwas wert, solange die Leistungsversprechen nicht
nur theoretisch eingefordert, sondern auch tatsächlich geleistet werden können. Das ist in
unserem System jedoch nicht der Fall. Der Anker für eine Währung muss nicht unbedingt
Gold und Silber sein. Wir brauchen aber irgend einen Mechanismus, der die unlimitierte
Kreditausweitung verhindert. Eine Währung muss aus einem gesunden Mix zwischen
erbrachter Leistung und einer noch zu erbringenden Leistung beinhalten. Bevor neues Geld
entsteht muss dann eben erst einmal tatsächlich geleistet werden. Nur so entsteht echtes
Vermögen. Uneinlösbare Forderungen sind Scheinvermögen. Diese Scheinvermögen werden
jedoch so bilanziert, als wenn es sich um echte Werte handeln würde. Die Folgen davon
haben Sie in der Bankenkrise vom August ja miterleben können. Auslöser waren
Pseudowertpapiere, unterlegt mit faulen Hypothekenkrediten des US-Immobilienmarktes. Als
bekannt wurde, dass die europäischen, und auch fast alle deutschen Banken solche Papiere
in den Büchern führten, war das Vertrauen erst einmal ramponiert. Ohne das rasche
Eingreifen der Zentralbanken wäre das Bankensystem wahrscheinlich implodiert.
PRESSE:
Inzwischen ist die Situation ja wieder unter Kontrolle. Die Verluste konnten in den meisten
Fällen anscheinend problemlos weggesteckt werden. Rückschläge dieser Art müssen nicht
gleich das ganze Finanzsystem in Frage stellen.
HGCN:
Die Stabilisierung des Bankensystems wurde teuer erkauft. Kurzfristige Liquiditätsspritzen wie
die bereitgestellten Schnelltender der Zentralbank wären auch nicht das Problem, wenn diese
Liquidität danach dem Markt wieder entzogen worden wäre. Die Liquiditätsspritzen waren in
diesem Fall jedoch nur eine Interimslösung, solange bis andere Wege gefunden wurden, sich
zu refinanzieren. Die amerikanische FED hat die Leitzinsen gesenkt, die EZB eben nicht
erhöht. Unterm Strich haben diese Aktionen viel, viel neues Geld geschaffen, ohne dass eine
entsprechende Leistung dahinter steht. Das ist in höchstem Maße inflationär. Wir alle werden
die Auswirkungen sehr bald spüren.
PRESSE:
Was ist schlecht an einer kontrollierten Inflation? Die Politik der Zentralbanken hat in ihren
Zielen bewusst eine geringe Inflation einkalkiliert, um die Wirtschaftsdynamik
aufrechtzuerhalten.
HGCN:
Inflation hat immer zwei Seiten. In der frühen Phase mag die leistungslose Geldvermehrung,
denn alleine das ist die Ursache einer Inflation, durchwegs einen angenehmen Effekt haben.
Sie erzeugen zusätzliche Kaufkraft, weil die Preise sich der neuen Situation noch nicht
angepasst haben. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis sich die Preise mit einiger
Verzögerung anpassen und steigen, d.h. Sie verlieren in dieser Situation massiv an Kaufkraft.
Sie gewinnen im Prinzip nichts, die Zeche wird nur später bezahlt. Gewinner bei diesem Spiel
sind die Erstbezieher dieses neuen Geldes, denn die können noch zu den alten Preisen
einkaufen. Lohnempfänger und Transferleistungsempfänger wie Rentner sind die Verlierer,
denn deren Bezüge hinken den gestiegenen Preisen hinterher, und mittlerweile werden sie
nicht einmal mehr nachträglich kompensiert.
PRESSE:
Die Inflationsraten der letzten Jahre waren doch sehr niedrig, vielleicht einmal abgesehen von
den Energiepreisen. Hat das den Wohlsstand etwa beeinträchtigt?
HGCN:
Wenn Sie die offizielle Warenkorbstatistik meinen, halten wir das nicht für einen geeigneten
Indikator für eine Inflationsmessung. Besser wird Inflation als Ausweitung der Geldmenge
über dem der Produktivität definiert. Simplifiziert kann die Inflation als Differenz zwischen
Geldmengenwachstum und Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts verstanden werden, und da
liegen wir um einiges höher als die offiziellen Statistiken, mindestens bei 5 bis 6% in den
vergangenen Jahren, mittlerweile sogar noch weiter darüber.
PRESSE:
Die Verbraucherpreise sind in den vergangenen Jahren im Durchschnitt aber meiner Ansicht
nach nicht um 6% gestiegen, wie sie es nach Ihrer Theorie hätten müssen. Ich halte das für
überzogen.
HGCN:
Wer sagt denn, dass das sich das neue Geld auf alle Bereiche gleichmäßig verteilen muss?
Zunächst ging das Geld in die Vermögenswertanlagen, mit Ausnahme von Deutschland meist
auch in den Immobileinmarkt. Das trieb Aktienkurse und Immobilenpreise gewaltig nach
oben. Übersehen wurde bei diesem Spiel nur, dass sich die daraus resultierenden
Vermögenszuwächse, genährt durch die Spekulation, hauptsächlich durch eine Aufblähung
der Geldmenge verursacht wurden, und nicht durch ein reales Wirtschaftswachstum. Die
Verbraucherpreise sind nicht zuletzt auch deshalb kaum gestiegen, weil viele heimische
Produkte durch Billigimporte ersetzt werden konnten. Die heimische Landwirtschaft wurde
durch das Preisdiktat des Großhandels am Rande des Ruins gedrängt, viele Betriebe
mussten aufgeben. Die Produktivität wurde zudem massiv, teilweise zulasten der Qualität,
erhöht. Ohne Inflation hätten diese Produkte erheblich billiger werden müssen. All diese
Effekte laufen nun aber allmählich aus. Die Ungleichgewichte können sich nicht ewig weiter
verstärken. Das ganze Preisgefüge zwischen den verschiedenen Güterklassen ist mittlerweile
stark verzerrt.
F.
Was Sie behaupten würde bedeuten, dass der Markt nicht richtig funktioniert. Das steht im
Widerspruch zum gegenwärtigen Trend hin zu einer liberaleren Wirtschaftsordnung. Die
Beschränkungen im Welthandel wurden Schritt für Schritt abgebaut.
HGCN:
Natürlich funktionieren die Märkte nicht mehr richtig. Die Ursache hierzu ist jedoch
hauptsächlich in unserem Finanzsystem zu suchen, das Manipulation in hohem Maße
zulässt. Die Methoden sind jedoch so subtil, dass die Masse das nicht durchblickt. Die
einseitige Berichterstattung des Mainstreams lenkt von den wahren Ursachen vieler Probleme
in unserer Gesellschaft ab.
PRESSE:
Das klingt etwas nach Verschwörungstheorie. Wo liegen Ihrer Meinung nach denn die
Probleme für unsere Gesellschaft?
HGCN:
In der fast unvorstellbar hohen, globalen Überschuldung. Der Großteil aller existierenden
Forderungen müssten realistischerweise als uneinbringbar ausgebucht werden. Das will man
jedoch nicht, weil damit gleichzeitig unvorstellbare hohe Vermögenswerte vernichtet würden.
Also bewahrt man den Schein und wurstelt so weiter. Statt die bitteren Tropfen der Wahrheit
zu schlucken versucht man, die faulen Schuldtitel, die mittlerweile suspekt geworden sind,
neu zu verpacken. Die neuen, strukturierten Finanzprodukte können gar keine höheren
Sicherheiten aufweisen als die alten. Das Kind bekommt lediglich einen anderen Namen.
PRESSE:
Welche Konsequenzen hat das für die Bevölkerung? Ist der Durchschnittsbürger in
irgendeiner Weise davon betroffen, oder beschränkt sich das Risiko nur auf die
Finanzinvestoren?
HGCN.
Da will ich doch meinen, dass auch der kleine Mann davon betroffen ist. Leider verkennt
dieser die Gefahr oder realisiert sie erst, wenn es zu spät ist. Dabei muss man nur eins und
eins zusammenzählen können. Wer sind denn die Investoren? Banken, Versicherungen,
Fondverwalter! Die verwalten unser Geld. Sind Sie davon begeistert, wenn Ihre
Rentenversicherung oder Bank eines Tages bankrott ist?
Eine Finanzwelt, die auf Kredit aufbaut, verlangt ein expotentielles Wachstum. Die
Entwicklung in Realwirtschaft ist jedoch genau umgekehrt. Ab einem gewissen Zeitpunkt
findet das Wachstum nur noch auf dem Papier statt. Die Ressourcen auf unserem Planeten
sind leider begrenzt. Statt sie effektiv und verantwortungsbewusst einzusetzen, vergeuden wir
sie. Ermöglicht wurde das, weil wertvolle Rohstoffe gegen Fetzen von substanzlosem Papier
verkauft wurden. Alles auf Pump, und alles auf Nimmerwiedersehen. Sachwerte und die
verbleibenden Ressourcen werden das einzige sein, was am Ende übrig bleibt, wenn die
Kreditblase eines Tages platzen wird. Ansprüche, die keiner einlöst, können Sie dann in den
Wind schießen.
PRESSE:
Sie meinen damit Geld?
HGCN:
Geld, das kein Geld ist - ja. Ich habe bereits eingangs definiert, was echtes Geld ist.
PRESSE:
Also doch Gold und Silber?
HGCN:
Eine von mehreren Möglichkeiten. Edelmetalle haben, im Gegensatz zu unserem heutigen
Geld, keinen Schuldner. Gold kann nicht Pleite gehen!
PRESSE:
Gold arbeitet aber nicht und bringt auch keine Zinsen. Deshalb wurde es als Geld auch
abgelöst.
HGCN:
Diese Denkweise scheint ja inzwischen so verankert zu sein, dass man sich gar nichts mehr
anders vorstellen kann. Dabei haben Metalle ihre Fähigkeit als dauerhaftes Zahlungsmittel
über tausende von Jahren bewiesen. Jede ungedeckte Währung hatte bislang hingegen nur
eine bescheidene Lebensdauer. Natürlich arbeitet Gold nicht, wozu denn auch? Gold ist ja
bereits das Resultat einer erbrachten Leistung. Kredit dagegen nicht. Hier muss die Leistung
erst noch erbracht werden. Ist es denn wirklich so schwer zu begreifen, dass Wohlstand nur
und ausschließlich durch Arbeit möglich ist? Mit Krediten kann man diese Gesetzmäßigkeit
nicht austricksen. Der Tag der Abrechnung wird kommen. Nichts ist umsonst!
PRESSE:
Was wird uns Ihrer Meinung nach in Zukunft erwarten?
HGCN:
Ich bin kein Hellseher. Die Kriterien zur Refinanzierung der Banken bei den Zentralbanken
scheinen ja so langsam aufgeweicht zu werden. Am Ende landen die uneinbringlichen
Forderungen dann bei den Zentralbanken. Momentan läuft es offensichtlich auf einen
synchronisierten Untergang aller Währungen weltweit hinaus.
PRESSE:
Ist diese Prognose nicht etwas weit hergeholt?
HGCN:
Das Überschuldungsproblem haben, mehr oder minder, fast alle Staaten. Früher hat man die
Währungen von überschuldeten Staaten, wie Argentinien, einfach untergehen lassen. Der
argentinische Peso spielte jedoch, weltwirtschaftlich gesehen, keine Rolle. Wackelkandidat
diesmal ist jedoch die Leitwährung US-Dollar. Der ist einfach zu gewichtig, um ihn fallen zu
lassen. Wenn die USA den Dollar offensichtlich und im Alleingang inflationiert, würde sofort
die Flucht in den Euro stattfinden. Es bleibt daher gar nichts andres übrig, als dass alle
großen Währungen gemeinsam untergehen.
Dann gibt es auch keine Alternative, wohin das Kapital flüchten könnte, es sei denn in
Sachwerte. Nicht umsonst hat unsere Regierung Angst vor einem chinesischen Staatsfond.
Die möchten ihre de facto wertlosen Dollars am liebsten noch schnell loswerden. Ein paar
deutsche Wälder sind da sicherlich willkommen, egal zu welchem Preis. Da kommt noch
einiges auf uns zu.
PRESSE:
Auch Deutschland hat enorme Handelsbilanzüberschüsse.
HGCN:
Und damit auch ein Problem. Daran sehen Sie, dass Mechanismen für einen Ausgleich der
Handelsbilanzendifferenzen nicht greifen oder fehlen. Auch eine Folge von Krediten ohne
Limit! Zu Zeiten des Golddevisenstandards war das nicht möglich!
PRESSE:
Also doch zurück zu einer Goldwährung?
HGCN:
Diese Frage können Sie bei einer anstehenden Währungsreform aufwerfen, sofern Sie an ein
baldiges Ende unseres jetzigen Geldsystems glauben. Erwarten Sie von mir nicht eine
Lösung aller Probleme, ich habe sie auch nicht! Was man uns aber momentan zu verkaufen
versucht, funktioniert definitiv nicht. Bevor wir die Regeln eines neuen monetären Systems
festlegen müssen wir erst unsere Gesellschaftsform definieren, sonst zäumen wir das Pferd
von hinten auf.
PRESSE:
An welcher Form einer Gesellschaft denken Sie dabei?
HGCN:
Meine Wertevorstellung alleine nützt gar nichts, solange es dazu keinen allgemeinen
Konsens gibt. Darüber sollten wir erst einmal in Ruhe nachdenken.
PRESSE:
Anders formuliert: Welche Gesellschaftsformen kämen theoretisch in Frage, um darauf ein
neues und solides Finanzsystem zu bauen?
HGCN:
Wer das beantworten kann, hat wahrlich den Stein der Weisen gefunden! Die
Gesellschaftsform ist wichtig, weil damit die Basis zu Eigentumsrechten gelegt wird. Im
Feudalismus lagen alle Eigentumsrechte beim Feudalherrn, die Untertanen besaßen lediglich
Lehenrechte. Im Sozialismus ist das meiste Volkseigentum, im Kapitalismus privates
Eigentum. Eigentumsrechte sind insofern von Bedeutung, weil sich darauf ein mögliches
Kreditwesen stützt. Eigentum kann verpfändet werden. Wenn wir eine Kreditblase zukünftig
verhindern wollen, kann das auch dadurch geschehen, dass bestimmte Dinge nicht
verpfändbar sind.
Damit sind diese Dinge zur Kreditbesicherung für den Gläubiger wertlos. Die Gründungsväter
unserer Republik haben im Grundgesetz sicherlich nicht umsonst festgeschrieben, dass der
Staatshaushalt ausgeglichen sein muss und Schulden nur in Ausnahmesituationen erlaubt
sind. Sie haben jedoch vergessen festzuschreiben, dass öffentliches Eigentum sowie
zukünftige Steuereinnahmen, sprich: die Steuerzahler, nicht verpfändet werden können.
Durch diesen Umstand werden eigentlich sogar die individuellen Freiheitsrechte verletzt.
Wir können unzählige dieser Inkonsequenzen feststellen. Dieser Zustand ist erbärmlich,
reflektiert aber den allgemeinen Zustand unserer Gesellschaft. Eine Änderung unseres
Finanzwesens bedingt also auch eine Änderung unserer Gesellschaft.
Ich will das an dieser Stelle nicht mehr weiter ausdehnen, aber vielleicht können Sie nun
nachvollziehen, dass ich einen Umbruch für unvermeidlich halte.
PRESSE:
Eine letzte Frage. Was würden Sie mir raten, um mich für die Zukunft zu wappnen?
HGCN:
Für eine qualifizierte Antwort müsste ich erst einmal Ihre persönliche Zielsetzung kennen.
Rechnen Sie einfach damit, dass sich alle Ihre Ansprüche für die Zukunft, gegen wen auch
immer, in Luft auflösen oder radikal umgestellt werden können. Umgekehrt sollten so vielen
Abhängigkeiten wie möglich von Seiten eines Dritten vermeiden.
PRESSE:
Vielen Dank für das Gespräch.
© Oktober 2007, E. Tafelmeier
Der Autor ist unter info(at)hgcn.de erreichbar
Die Webseite ist www.hgcn.de
Quelle: www.hartgeld.com

4. September 2007

Der heiße Herbt - Anzeichen für eine Finanzkrise?

Autorin: pony_huetchen

Das Kleingedruckte


45 Tage zum Monatsende beträgt die Kündigungsfrist für Investoren, um sich von Hedge-Fonds-Anteilen zu trennen. So zumindest steht es im Kleingedruckten. Vor ziemlich genau einem Monat war das Ausmaß der US-Hypothekenkrise nicht mehr zu leugnen. Viele Fonds wurden geschlossen, Geschäftsbanken gerieten in insolvente Schieflagen und die Notenbanken intervenierten mit Schnelltendern.



Viele Analysten sprachen davon, das sei nur die Spitze des Eisberges, in den Hedge-Fonds lauerten die eigentlichen Risiken. Der 15. August, zwei Wochen nachdem die Pleite nicht mehr zu leugnen war, die Krise ein internationales Ausmaß angenommen hatte und Anleger zum Teil äußerst nervös reagierten, war ein bemerkenswerter Stichtag: Es war die letzte Chance für Investoren, Hedgefonds-Einlagen zum 30.September 2007 zu kündigen.

Wie viele Anleger ihre Einlagen tatsächlich gekündigt haben und in welcher Höhe ist zur Zeit eines der großen Geheimnisse der Fonds-Betreiber. Alle Voraussagen bewegen sich im Bereich der Spekulation. Trotzdem vermuten einige Marktbeobachter, dass es gegen Ende September neue Turbulenzen gibt. Dann nämlich, wenn es darum geht, den Auszahlungswünschen der Investoren nachzukommen.

Präsidiale Gesundbeterei für die Opfer der Hypothekenkrise

Die Hauptleidtragenden der Hypotheken-Krise sind zwei Millionen amerikanische Hausbesitzer, deren variable Hypothekenzinsen bis Ende nächsten Jahres nach anfänglichen Billigzinsen massiv steigen werden. Gleichzeitig fallen die US-Immobilienpreise. Das bedeutet, selbst bei einem Verkauf ihrer Immobilie würden die Betroffenen mit einem Schuldenberg aus dem Desaster hervorgehen.


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Schaeuble! Wegtreten!